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 Helikoptereinsatz an Wildunger Bilsteinklippen

(Bad Wildungen) Rotorengeräusche über dem Bad Wildunger Wildetal weckten am Samstag den 26.09.2015 das Interesse zahlreicher Anwohner des Bad Wildunger Ortsteils Reitzenhagen sowie zahlreicher Verkehrsteilnehmer. Anlass war eine Einsatzübung der Bergwacht Bad Wildungen mit der Bundespolizei. Bundespolizei Fliegerstaffel Fuldatal und Bergwacht unterstützten gemeinsam eine Fortbildung des Kasseler Rettungshubschraubers Christoph 7, die an diesem Wochenende in Vöhl stattfand. Geladen waren die medizinischen Crews aller deutschen Zivilschutzhubschrauberstandorte.

Ziel dieser Lehrvorführung war es, neben dem Training der beteiligten Retter, den Teilnehmern der Fortbildung eine Windenrettung in den Mittelgebirgen zu demonstrieren. Hierzu wurde angenommen, dass ein Kletterer im Verlauf des Süd- Ost Grates des Bilsteins verunglückt ist. Diese Stelle innerhalb der Steilwand ist vom Boden her nur schwer zugänglich, eine schonende Rettung des Patienten somit einzig mit einem Helikopter sinnvoll. Als Landebasis diente für den Helikopter EC 155 der Segelflugplatz „Auf der Schaufel“, hier wurde das Team der Bergretter an Bord genommen. Nach einem Einsatzbriefing und einem orientierenden Überflug wurden die beiden Bergretter mit der Winde des Helikopters an der Einsatzstelle abgesetzt. Nach notwendigen Sicherungsmaßnahmen und der medizinischen Versorgung wurden der in einem Luftrettungsbergesack gelagerte Patient und das Bergwachtteam wieder an Bord genommen. Von der gegenüberliegenden Talseite hatten die interessierten Zuschauer einen hervorragenden Aussichtspunkt auf den Bilstein, so musste das FFH- Gebiet nicht unnötig betreten werden. Ein aus Sicherheitsgründen im Tal positioniertes Flugfeldlöschfahrzeug der Bundespolizei wurde glücklicherweise nicht benötigt.

Bei der abschließenden Besprechung auf dem Wildunger Segelflugplatz dankte Dr. T. Köhler, leitender Hubschrauberarzt des Christoph 7, für die reibungslose Demonstration und zeigte sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Beteiligten.

Die Einsatzkräfte der Bergwacht Bad Wildungen halten nunmehr seit 14 Jahren ständig 6 einsatzbereite Luftretter vor, neben Willingen einer von 6 hessischen Standorten, an denen diese Fähigkeit ständig geübt wird. Bewährter Partner ist hier von Anfang an die Bundespolizeifliegerstaffel Fuldatal. (Win)


 

Bildquelle: Bergwacht Bereitschaft Bad Wildungen

Waldeck- Frankenberg: Erst geübt und dann der Ernstfall

WALDECK- Edersee: Ein technischer Defekt hat am Sonntag für einen Stillstand der Waldecker Bergbahn gesorgt. Um insgesamt acht Passagiere aus vier Gondeln zu befreien, rückten Bergwacht Bad Wildungen, Feuerwehr und THW an eine Evakuierung war dann aber doch nicht nötig, weil sich die Kabinen im Notbetrieb in die Stationen fuhren ließen.

Nach Angaben von Uwe Schaumburg, Stadtbrandinspektor von Waldeck, und Gerd Windhausen, Einsatzleiter der Bergwacht Bad Wildungen, hatte ein Defekt dazu geführt, dass sich die Bergbahn mitten in der Fahrt abschaltete. Acht Passagiere in vier Gondeln waren davon betroffen. Eine Kabine blieb kurz nach der Abfahrt oberhalb der Talstation über der Straße stehen - diese Insassen hätten mit der Wildunger Drehleiter evakuiert werden sollen, die auf der Anfahrt zum Edersee war. Die Passagiere der übrigen drei Gondeln wären von Mitgliedern der Höhenrettungsgruppe Waldeck-Frankenberg - sie besteht aus Aktiven des THW Korbach sowie der Bergwachten Willingen und Bad Wildungen - mit einem sogenannten Evakuierungsdreieck zu Boden gelassen worden.

Die vorgesehene Evakuierung, die die Bergwacht übrigens erst vor ein paar Tagen geübt hatte, war dann aber glücklicherweise nicht nötig: Der Betreiber fuhr die Bahn im Beisein von Schaumburg und Windhausen im Notbetrieb wieder an, brachte die Gondeln auf diese Weise zurück in die Berg- und in die Talstation. Die Fahrgäste stiegen unversehrt aus, verletzt wurde niemand. Die Wildunger Drehleiter kehrte in die Badestadt zurück, das THW brach die Einsatzfahrt ebenfalls ab. Die Bahn stellte nach dem Vorfall zunächst den Betrieb ein, ein Elektroinstallateur rückte an.

Evakuierung hätte gut eine Stunde gedauert
Eine Evakuierung der acht Fahrgäste hätte nach Einschätzung von Stadtbrandinspektor Uwe Schaumburg etwa eine Stunde in Anspruch genommen. Um zu den Insassen zu gelangen, wären die Höhenretter die jeweils oberhalb der Gondeln gelegenen Stützen emporgeklettert und von dort aus mit einer speziellen Rolle zu den Kabinen hinabgefahren. Die Insassen werden bei diesem Verfahren mit einem Geschirr gesichert, das nach Auskunft Windhausens "wie eine Windel" angelegt wird. "Das ist alles völlig ungefährlich", versicherte der Bergwachtler, es koste lediglich einige Überwindung, aus der schwebenden Gondel auszusteigen. "Eigentlich ist es ein großes Abenteuer".

Quelle: 112- Magazin, WIN (Bilder unter www.112-magazin.de)

 

 Fotos: Ralf Altenhein/Sascha Pfannstiel (112-magazin.de)