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Vierbeinige Vorarbeiter im Naturschutz

Auf dem Kalkmagerrasen- und Wacholderstandort bei Raboldshausen gedeihen neben der Zweiblattorchidee im Frühjahr der Deutsche Enzian wie der Gefranste Enzian im Spätsommer bzw. Herbst. Damit der Standort nicht durch Hasel, Schwarzdorn, Liguster, Eichen und Cotoneaster verbuscht, sind Pflegemaßnahmen erforderlich. Diese werden mit dem Fachdienst Ländlicher Raum, Landkreis Hersfeld-Rotenburg abgesprochenen. Die Vorarbeit im Rahmen dieser Pflegemaßnahmen leisten derzeit Schafe und Ziegen. Was diese vierbeinigen Rasenmäher nicht beseitigen, wird durch den Einsatz von Hand- und Motorsensen von Bergwacht, Alpenverein und NABU entfernt.

Stellvertr. Naturschutzwart
Bergwacht Neuenstein
Karl-Werner Brauer

Bild: Schwarzkopfschafe und neugierige Ziegen auf der Wachholderfläche bei Raboldshausen

Alle Jahre wieder

wollen die Nistkästen der Wasseramsel gereinigt sein. Wegen des Hochwassers im Geistal konnte die für den 2. Januar vorgesehene Reinigung nicht durchgeführt werden. Sie war nach abgesenktem Wasserstand aber immer noch heftiger Strömung erst eine Woche später möglich. Die Kirchheimer Freundin der Wasseramseln im Geistal Cornelia Tippelt, DRK-Bergwacht Bereitschaftsleiter Heinrich Nitz und stellvertretender Naturschutzwart Karl-Werner Brauer stiegen in das winterlich kalte Nass und reinigten die unter den Brücken angebrachten Bruthöhlen.

Da die Wasseramseln bereits im Januar mit dem Bau ihres kugelförmigen Nestes beginnen, muss die Nistplatzsäuberung gleich zu Beginn jedes neuen Jahres stattfinden. Nur an schnellfließenden Gewässern, die nicht zufrieren können, lebt die Wasseramsel. Als einziger Singvogel mit Schwimmfähigkeit läuft sie mit schräg gestellten Flügeln, die sozusagen als Tiefenruder dienen, gegen die Strömung über den Bachgrund und sammelt dabei Insektenlarven und Bachflohkrebse ein, die ihr und ihrer Brut als Nahrung dienen. Diese Kleinlebewesen kommen jahreszeitunabhängig in Bächen mit guter Wasserqualität vor. Daher kann die Wasseramsel ihre Jungen auch bei winterlichen Temperaturen mit Futter versorgen. Erfahrungsgemäß findet bei ausreichendem Nahrungsangebot auf je 2 Bachkilometern eine Brut statt. Je höher die Wasserqualität, desto höher das Vorkommen von Bachflohkrebsen und Insektenlarven. Bei der diesjährigen Reinigung und Kontrolle konnten auf 12 Bachkilometern von Gittersdorf bis Salzberg insgesamt 13 Bruten aus dem Vorjahr bestätigt werden. Das spricht für eine sehr gute Wasserqualität des Geisbaches.

Karl-Werner Brauer,
Stellvertretender Naturschutzwart
DRK Bergwacht Neuenstein

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Cornelia Tippelt und Karl-Werner Brauer reinigen den Brutkasten im Wasserdurchlass unter der Autobahn A7.

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DRK Bergwacht Bereitschaftsleiter Heinrich Nitz und stellvertretender Naturschutzwart Karl-Werner Brauer unter der Brücke der B 324. Bei der immer noch starken Strömung in der Bachmitte war es schwierig einen festen Stand für die leichte Alu-Leiter zu finden.