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Luftrettereinsatztraining 2019 im Kellerwald

(Bad Wildungen) Rotorengeräusche über dem Kellerwald erregten am Freitag den 22.03.2019 die Aufmerksamkeit zahlreicher Anwohner der Wildunger Walddörfer. Anlass war ein Luftrettereinsatztraining der Bergwacht Hessen mit der Bundespolizei. Das in regelmäßigen Abständen stattfindende Einsatztraining findet in diesem Jahr im Raum Bad Wildungen statt. Eingefunden haben sich 10 Bergwacht- Luftretter aus allen Teilen Hessens, so reisten Einsatzkräfte aus dem Taunus, der Rhön, dem nordhessischen Willingen und aus Bad Wildungen zu diesem realistischen Übungseinsatz an. Als Übungsbasis wurde eine Wiesenfläche im Bereich der Odershäuser „Jägersburg“ gewählt, hier wurde die notwendige Infrastruktur mit Tankwagen und Flugfeldlöschfahrzeug zur Verfügung gestellt. Der Hubschrauber der Bundespolizei- Fliegerstaffel Fuldatal traf gegen 08:30 Uhr ein. Für die Sicherheit am Landeplatz und den reibungslosen Flugbetrieb sorgte die Bundespolizei mit einer Bodencrew.

Nach einer verpflichtenden Sicherheitseinweisung an der Maschine, einem mittleren Transporthubschrauber vom Typ EC 155, startete der Übungsbetrieb. Gemäß Ausbildungsplan wurde ein Bergwacht- Einsatzteam (3 Luftretter) am Landeplatz an Bord genommen um gemeinsam mit der fliegerischen Besatzung, unterschiedliche Einsatzaufträge im Großraum Kellerwald abzuarbeiten. Hierbei galt es, verschiedene Einsatzszenarien, die erst unmittelbar vor Übungsbeginn bekannt gegeben wurden, gemeinsam zu bewältigen. Die Lage muss aus der Luft erkundet und bewertet werden, die angenommenen Verletzten werden dann in einem Luftrettungsbergesack gelagert und für den Windeneinsatz vorbereitet. Nach Einweisung der Maschine mittels Funk und Handzeichen wird der Luftretter mit dem Verletzten im Luftrettungsbergesack vom Hubschrauber mit der Seilwinde aufgewincht. So hatten alle Bergwacht- Luftretter die Möglichkeit in verschiedenen Positionen und Szenarien zu üben, ob als Luftretter, als ergänzende Einsatzkraft im Hubschrauber oder als Bodenteam.

Unter der Leitung des Technischen Leiters der Bergwacht Hessen, Gerd Windhausen (Bad Wildungen) wurden bewusst Szenarien geübt, die in den hessischen Mittelgebirgslagen immer wieder vorkommen und zu denen auch die Bergwacht hinzu alarmiert wird. Auch in Hessen setzt sich glücklicherweise der Helikopter als probates Rettungsmittel aus unwegsamem Gelände langsam durch. Hubschrauber mit Winde werden in Hessen von der Bundespolizei- Fliegerstaffel Mitte in Fuldatal und von der Polizeihubschrauberstaffel Hessen in Egelsbach vorgehalten und stehen für die entsprechenden Einsatzlagen zur Verfügung. Das Training mit der Bergwacht ist mittlerweile zu einer festen Größe geworden. Die Bergwacht hält in Hessen an 6 Schwerpunktstandorten ca. 36 Luftretter vor, diese Kräfte sind in allen Bereichen des Bergrettungsdienstes umfassend ausgebildet und dazu verpflichtet ihr Können regelmäßig zu trainieren. Um die Schadstoffimmission durch Hubschrauberflüge so gering wie möglich zu halten und Kosten zu sparen, werden seit einigen Jahren große Teile der Luftrettungsausbildung der Bergwacht in einem Simulationszentrum durchgeführt. Im bayrischen Bad Tölz hat die Bergwacht Bayern ein einzigartiges Luftrettungs- Trainingszentrum gebaut. Alle deutschen Bergwachten haben die Möglichkeit, hier zu schulen und zu üben. Dort werden in einer großen Halle sämtliche Rettungsverfahren an einer echten Hubschrauberzelle geübt. Erst nach der Schulung am Simulator darf die Einsatzkraft am realen Hubschrauber eingesetzt werden. Auch die hessischen Bergretter haben dieses Verfahren durchlaufen.

Die Bundespolizei und die Bergwacht bedanken sich an dieser Stelle bei allen Anwohnern, den Grundstückseigentümern und der Stadt Bad Wildungen für die Unterstützung und für das entgegen gebrachte Verständnis. Am 05.04. und am 12.04.2019 werden die Luftretter noch einmal in Bad Wildungen üben.(WinG)