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GPS-Navigation im Einsatz bei der Bergwacht Großer Feldberg

Die GPS-Navigation ist aus dem Einsatzgeschehen der Bergwacht heutzutage praktisch nicht mehr wegzudenken:

Die Rettungsleitstelle Hochtaunus fragt bei Einsätzen im Gelände ab, ob der Anrufer mit einem GPS-Gerät oder einem GPS-fähigen Smartphone seine Positionskoordinaten angeben kann. Ist das der Fall, übermittelt die Leitstelle den Bergwacht-Einsatzkräften die Koordinate direkt über Funk.

GPS-Einsatz der BergwachtUnsere Fahrzeuge verfügen über GPS-Tablets, die alle Koordinatenformate verarbeiten können und durch ihr großes Display eine gute Übersicht des Einsatzgebietes auf hochgenauen digitalen Karten bieten. Die Tablets können im Gelände auch zu Fuß mitgenommen werden. Die Genauigkeit der GPS-Position beträgt bei günstigen Bedingungen ca. drei Meter, so dass ein gezieltes Aufsuchen der Einsatzstelle mühelos möglich ist.

Die Tablets helfen uns auch, wenn der Satellitenempfang gestört ist. Das Tablet zeigt die Position der gemeldeten Koordinate auf der digitalen Karte unabhängig vom momentanen Satellitenempfang, und wir können die Einsatzstelle auf Grund unserer detaillierten Geländekenntnisse auch ohne eigene Satellitennavigation direkt anfahren. Wir verfügen aber natürlich auch über Papierkarten mit UTM-Koordinatengitter, mit denen wir uns orientieren können. Dazu nutzen wir eine Wanderkarte des Taunusgebietes im Maßstab 1:25000, in der die meisten Wanderwege und die Forst-Rettungspunkte enthalten sind.

GPS kann Leben retten

Die Übermittlung der eigenen GPS-Position des Verletzten an die Rettungsleitstelle spart wertvolle Zeit, da sonst der Verletzte durch die Bergwacht u.U. erst großräumig im Gelände gesucht werden muss. Wie das am einfachsten geht – mit Outdoor-Navigationsgerät oder auch per GPS-Smartphone – können Sie sich auf unserer Seite GPS kann Leben retten anschauen. Dort finden Sie auch praktische Anleitungen zur Standortbestimmung bei verschiedenen Betriebssystemen, per Notfall-App und auch für einige gängige Outdoor-Navigationsgeräte.

Handy-Ortung unzuverlässig

Die Annahme, man könne über die Handy-Ortung gefunden werden, bietet übrigens nur eine vermeintliche Sicherheit. Die Handy-Ortung hat sich als unzuverlässig herausgestellt, da im Gelände nicht genug Sendemasten stehen, um eine sichere Positionsfeststellung zu ermöglichen, und weil die Geländeformationen durch die Ablenkung der Funkwellen große Abweichungen bis zu einem Kilometer oder mehr bewirken können. Wir empfehlen daher allen Outdoor-Aktivisten das Mitführen eines GPS-fähigen Gerätes, und es sollte dann auch in der Vorbereitung der Tour geübt werden, die eigene Position daraus sicher abzulesen. Im Stress einer Notfallsituation findet man sonst die entsprechenden Einstellungen oder Apps nicht.

Mobilgeräte und PC in Kombination

Bereits seit 2002 setzen wir zur Unterstützung unserer Vorkommandos im Gelände GPS-Empfänger sowie eine dazu passende GPS-Software auf dem PC der Dienststation ein. Im Winter ist an schneereichen Wochenenden unsere Dienststation mit Ackja-Mannschaften, einem bis zwei „Vorkommandos“ und einem „Einsatzleiter Hütte“ besetzt. Eine gemeldete Einsatzstelle wird zunächst vom Vorkommando aufgesucht, um die Lage vor Ort sicher beurteilen zu können. Jedes Vorkommando hat generell einen Notfallrucksack mit GPS-Gerät dabei.

Wenn die Einsatzstelle gefunden ist, gibt das Vorkommando die abgelesenen Koordinaten per Funk an den Kameraden in der Dienststation weiter. Dieser gibt die Koordinaten an der GPS-Software ein und sieht am Bildschirm den Standort des Vorkommandos. Der Kamerad am PC kann nun gezielt und über den günstigsten Weg weitere Einsatzkräfte, z.B. eine Ackja-Mannschaft, an die Einsatzstelle führen.

Das funktioniert natürlich auch im Sommer oder unter der Woche, wenn die Dienststation nicht besetzt ist: Das erste Fahrzeug, das eine Einsatzstelle erreicht, gibt die Koordinaten weiter, und so können alle nachrückenden Kräfte die Einsatzstelle eigenständig per GPS-Tablet aufsuchen. Genauso können die Einsatzstellenkoordinaten auch z.B. an einen anfliegenden Helikopter weitergegeben werden, um eine Luftrettung durchzuführen, oder um einen Zwischenlandeplatz anzugeben.