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Luftretter- Einsatztraining im Raum Bad Wildungen

BAD WILDUNGEN. Es herrscht reges Treiben rund um die Jägersburg bei Bad Wildungen, unweit der B 253. Ein Hubschrauber kreist und setzt nach kurzer Zeit zur Landung auf einem Feld an. Einsatzfahrzeuge der Bergwacht und der Polizei stehen am Rand. Hier findet eine Einsatzübung der Bergwacht Hessen und der Polizeifliegerstaffel Hessen aus Egelsbach statt. Die Frauen und Männer gehen vom Ernstfall aus: Wanderer sind in unwegsamem Gelände rund um Bad Wildungen verunglückt und können an den entlegenen Stellen nicht mehr bodengebunden erreicht werden. Es gibt keine Zufahrtmöglichkeiten für Rettungsfahrzeuge.

In real dargestellten Einsatzszenarien stellen die Retter ihre Fähigkeiten einmal mehr unter Beweis. Das Besondere dabei: Es erfolgt kein standardisiertes Training mit dem Abarbeiten einzelner Aufgaben, sondern der Hubschrauber und die ehrenamtlichen Rettungskräfte der Bergwacht werden wie in der Realität auch zu den einzelnen Einsatzstellen alarmiert. So erhalten die jeweils übenden Teams, bestehend aus einem Bergretterteam und einer Besatzung des Polizeihubschraubers „Ibis 1“ vor Ort einen Einsatzbefehl, der zuvor von der Leitstelle angenommen wurde. „Eine junge Frau ist auf einen Felsvorsprung bei den Bilstein- Klippen gefallen und kann nun nicht mehr auftreten. Die Dame ist ansprechbar und macht sich beim Anflug bemerkbar“, lauten die Einsatzinfos für die Crew. Dann gibt es noch die Koordinaten der vermuteten Einsatzstelle und los geht es. Timo Werner, Besatzungsmitglied und Windenoperator bei Ibis 1, wird heute die Winde an „seinem“ Polizeihubschrauber bedienen. Er checkt kurz noch ab, welcher der drei eingesetzten Bergretter wann abgeseilt werden soll – davon hängt ab, wer wann in die Maschine steigen darf. Dann geht es auch schon los. Der Pilot vorne im Cockpit der Maschine startet die Triebwerke des Eurocopter „EC 145“ und nimmt Kurs in Richtung Einsatzstelle.

Wenige Kilometer weiter werden die fliegenden Retter bereits sehnsüchtig erwartet.

Dort, auf den Felsen der Bilstein- Klippen, hoch oberhalb von Bad Wildungen, haben andere Bergretter eine Verletztendarstellerin positioniert. Alles unter der Koordination von Gerd Windhausen, Einsatzleiter der Bergwacht Bad Wildungen und Technischer Leiter der Bergwacht Hessen. Ebenfalls vor Ort: Klaus Boida, Ausbildungsleiter bei der Polizeifliegerstaffel aus Egelsbach.

Der Hubschrauber nimmt unterdessen Kurs auf die Felswand und die Besatzung schaut sich die Einsatzstelle zunächst aus der Luft an. Kurze Zeit später dreht der Hubschrauber ab. Jetzt machen sich die Windenretter bereit für ihren Einsatz. Die Maschine kommt zurück, Timo Werner steht in der offenen Schiebetür und lässt die Bergretter zur Verletzten herunter. Auf die Kommunikation zwischen den einzelnen Beteiligten kommt es nun an. Der Pilot kann nicht sehen, was senkrecht unter dem Hubschrauber geschieht. Hier muss Timo Werner sich auf die Handzeichen und Ansagen des Bergwachtlers an der Rettungswinde verlassen. Und der Pilot wiederum auf die exakten Angaben von Timo Werner. In diesem exzellenten Zusammenspiel werden die Bergretter innerhalb weniger Minuten sicher auf dem Felsvorsprung abgesetzt. Der Hubschrauber dreht nach dem geglückten Abseilen sofort ab und sucht sich einen Zwischenlandeplatz. Nun versorgen die Bergretter die junge Frau und legen sie in einen so genannten Luftrettungs- Bergesack. Darin ist ähnlich einer Vakuummatratze gewährleistet, dass der Patient völlig ruhig und erschütterungsfrei im Sack liegt. Etwa zehn bis fünfzehn Minuten dauert diese Vorbereitung und dann kommt der Hubschrauber zurück. Jetzt gilt es, die verletzte Frau und einen der Retter wieder an Bord zu nehmen, genauer gesagt auf die Kufe. Genau so professionell, wie auch beim Absetzten funktioniert die Zusammenarbeit beim Aufnehmen der Retter. Dabei ist ein besonders heikler Moment zu beachten, denn der Bergesack wird gegen Abstürzen direkt am Fels gesichert. Somit steht der Hubschrauber beim Aufwinchen quasi in direktem Kontakt zum Felsen, ist praktisch gefesselt, bis die Sicherung des Sackes von dort wieder gelöst wird. Dies kann dazu führen, dass der Pilot die Kontrolle über seine Maschine verliert. Doch es geht wie immer alles gut. Tausende Male geübt sitzt jeder Handgriff und dennoch darf niemals Routine aufkommen.

Nachdem das Team an Bord genommen ist, fliegt der Hubschrauber zur Landebasis an der Jägersburg zurück, wo der entsprechende Übungsteil dann mit dem Absetzen des Patienten endet.

Viele Male wurden dieses und andere Szenarien von Donnerstag bis Sonntag rund um Bad Wildungen geprobt und die Retter für ihre zukünftigen Einsätze fit gehalten. Bereits seit 10 Jahren gibt es diese Kooperation zwischen den Polizeifliegern und der Bergwacht.

Übrigens waren nicht nur Bergwachtler aus Bad Wildungen vor Ort: Alle Luftretter der gesamten Bergwacht Hessen haben von Donnerstag bis Sonntag in und um Bad Wildungen trainiert. Für die Sicherheit der Wanderer, der Gleitschirmflieger, der Radfahrer, Sportler und Besucher. An der Grenze zwischen Himmel und Erde.

„Dank gilt an dieser Stelle auch der Bevölkerung für das Verständnis für diese Übung, es wurde versucht, die Geräuschemission so gering wie möglich zu halten, ganz vermeiden ließ sie sich jedoch nicht.“, erklärt Gerd Windhausen.

Text- Quelle: Matthias Böhl, 112- Magazin

Bild- Quelle: Bergwacht Bad Wildungen

Luftrettereinsatztraining 2019 im Kellerwald

(Bad Wildungen) Rotorengeräusche über dem Kellerwald erregten am Freitag den 22.03.2019 die Aufmerksamkeit zahlreicher Anwohner der Wildunger Walddörfer. Anlass war ein Luftrettereinsatztraining der Bergwacht Hessen mit der Bundespolizei. Das in regelmäßigen Abständen stattfindende Einsatztraining findet in diesem Jahr im Raum Bad Wildungen statt. Eingefunden haben sich 10 Bergwacht- Luftretter aus allen Teilen Hessens, so reisten Einsatzkräfte aus dem Taunus, der Rhön, dem nordhessischen Willingen und aus Bad Wildungen zu diesem realistischen Übungseinsatz an. Als Übungsbasis wurde eine Wiesenfläche im Bereich der Odershäuser „Jägersburg“ gewählt, hier wurde die notwendige Infrastruktur mit Tankwagen und Flugfeldlöschfahrzeug zur Verfügung gestellt. Der Hubschrauber der Bundespolizei- Fliegerstaffel Fuldatal traf gegen 08:30 Uhr ein. Für die Sicherheit am Landeplatz und den reibungslosen Flugbetrieb sorgte die Bundespolizei mit einer Bodencrew.

Nach einer verpflichtenden Sicherheitseinweisung an der Maschine, einem mittleren Transporthubschrauber vom Typ EC 155, startete der Übungsbetrieb. Gemäß Ausbildungsplan wurde ein Bergwacht- Einsatzteam (3 Luftretter) am Landeplatz an Bord genommen um gemeinsam mit der fliegerischen Besatzung, unterschiedliche Einsatzaufträge im Großraum Kellerwald abzuarbeiten. Hierbei galt es, verschiedene Einsatzszenarien, die erst unmittelbar vor Übungsbeginn bekannt gegeben wurden, gemeinsam zu bewältigen. Die Lage muss aus der Luft erkundet und bewertet werden, die angenommenen Verletzten werden dann in einem Luftrettungsbergesack gelagert und für den Windeneinsatz vorbereitet. Nach Einweisung der Maschine mittels Funk und Handzeichen wird der Luftretter mit dem Verletzten im Luftrettungsbergesack vom Hubschrauber mit der Seilwinde aufgewincht. So hatten alle Bergwacht- Luftretter die Möglichkeit in verschiedenen Positionen und Szenarien zu üben, ob als Luftretter, als ergänzende Einsatzkraft im Hubschrauber oder als Bodenteam.

Unter der Leitung des Technischen Leiters der Bergwacht Hessen, Gerd Windhausen (Bad Wildungen) wurden bewusst Szenarien geübt, die in den hessischen Mittelgebirgslagen immer wieder vorkommen und zu denen auch die Bergwacht hinzu alarmiert wird. Auch in Hessen setzt sich glücklicherweise der Helikopter als probates Rettungsmittel aus unwegsamem Gelände langsam durch. Hubschrauber mit Winde werden in Hessen von der Bundespolizei- Fliegerstaffel Mitte in Fuldatal und von der Polizeihubschrauberstaffel Hessen in Egelsbach vorgehalten und stehen für die entsprechenden Einsatzlagen zur Verfügung. Das Training mit der Bergwacht ist mittlerweile zu einer festen Größe geworden. Die Bergwacht hält in Hessen an 6 Schwerpunktstandorten ca. 36 Luftretter vor, diese Kräfte sind in allen Bereichen des Bergrettungsdienstes umfassend ausgebildet und dazu verpflichtet ihr Können regelmäßig zu trainieren. Um die Schadstoffimmission durch Hubschrauberflüge so gering wie möglich zu halten und Kosten zu sparen, werden seit einigen Jahren große Teile der Luftrettungsausbildung der Bergwacht in einem Simulationszentrum durchgeführt. Im bayrischen Bad Tölz hat die Bergwacht Bayern ein einzigartiges Luftrettungs- Trainingszentrum gebaut. Alle deutschen Bergwachten haben die Möglichkeit, hier zu schulen und zu üben. Dort werden in einer großen Halle sämtliche Rettungsverfahren an einer echten Hubschrauberzelle geübt. Erst nach der Schulung am Simulator darf die Einsatzkraft am realen Hubschrauber eingesetzt werden. Auch die hessischen Bergretter haben dieses Verfahren durchlaufen.

Die Bundespolizei und die Bergwacht bedanken sich an dieser Stelle bei allen Anwohnern, den Grundstückseigentümern und der Stadt Bad Wildungen für die Unterstützung und für das entgegen gebrachte Verständnis. Am 05.04. und am 12.04.2019 werden die Luftretter noch einmal in Bad Wildungen üben.(WinG)

Lehrgang „Führen im Einsatz“ der Bergwacht Hessen erfolgreich beendet

Der diesjährige Lehrgang „Führen im Einsatz“ der Bergwacht Hessen ist erfolgreich absolviert. Vom 31.10. bis 04.11.2018 reisten 6 erfahrene Einsatzkräfte der hessischen und sauerländer Bergwacht in die Rhön. Im inzwischen etablierten und beliebten DJO- Heim Rodholz (Ausbildungsstützpunkt der Bergwacht Hessen) waren die Teilnehmer untergebracht. Unter der Leitung des Technischen Leiters der Bergwacht Hessen, Gerd Windhausen und den Landesausbildern Ralf Seibert, Frank Köster und Philipp Nitz wurden die angehenden Einsatzleiter 4 Tage lang intensivst geschult. Im Rahmen verschiedenster und komplexer Einsatzszenarien wurden Ausbildungsinhalte wie Auffinden von Einsatzstellen, Führungskreislauf, Erkunden von Einsatzstellen, Befehlsgebung, Kontrolle, Kommunikation, Crew Ressource Management und Gefahren an Einsatzstellen vermittelt und trainiert.

Das Standardrettungsgerät Gebirgstrage sowie der Statikseilsatz wurde von allen Teilnehmern zum Schluss im Schlaf beherrscht. Im Rahmen einer anspruchsvollen und aufwändigen Nachtübung an den „Bubenbader Steinen“ wurde das Abarbeiten einer größeren Lage geübt. Alle gestellten Anforderungen wurden von den Teilnehmern souverän und motiviert gelöst. Am Sonntagmittag verabschiedeten die Ausbilder 5 neue, sichtlich ermüdete,  Einsatzleiter in die entsendenden Bereitschaften. Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein aber kühlen Temperaturen erwies sich die hessische Rhön, Einsatzgebiet unserer Bereitschaft Wasserkuppe wieder einmal als optimales Ausbildungsgelände. Dank an dieser Stelle auch der Bereitschaft Wasserkuppe, die uns durch die Bereitstellung von Mimen für die Einsatzszenarien unterstützte.(WinG)

Luftrettereinsatztraining mit Bergwacht und Landespolizei rund um den Ettelsberg

WILLINGEN. Samstagmorgen, kurz nach acht. Im hessischen Egelsbach, unweit von Darmstadt geht ein Anruf ein: Auf dem Ettelsberg in Willingen im Landkreis Waldeck-Frankenberg liegt eine verletzte Person. Ein Rettungswagen kann die entlegene Einsatzstelle nicht erreichen. Die ehrenamtlichen Helfer der hessischen Bergwacht vor Ort brauchen dringend Unterstützung.

Wenige Minuten später läuft eine Maschinerie an, von der sich Laien gar keine Vorstellung machen können – oftmals auch deshalb nicht, weil dieses System gar nicht bekannt ist.

Klaus Boida, Polizeibeamter bei der hessischen Polizei ist Hubschrauberpilot. Er fliegt zusammen mit seinen Kollegen einen von drei Polizeihubschraubern des Typs „EC 145“, die bei der hessischen Polizeifliegerstaffel auf dem Flugplatz in Egelsbach stationiert sind. Nach einem kurzen Check des Weges und des Wetters sitzen Boida und seine Kollegen im hochmodernen Eurocopter und starten die Turbinen des Hubschraubers. Sodann hebt die Maschine vom Landeplatz ab und nimmt Kurs in Richtung Willingen. Ein Mensch braucht dringend Hilfe. Das ist die wichtige Mission der Besatzung. Am Hubschrauber, der auf den Funkrufnamen „Ibis 1“ hört, ist eine Rettungswinde angebracht. Mit der können die Polizeibeamten nicht nur Bergwachtler zum Verletzten abseilen, sondern auch den Verletzten mit an Bord nehmen und an einen geeigneten Platz fliegen, nachdem er medizinisch versorgt wurde.

Bergwacht Hessen und Polizeifliegerstaffel im Einsatz am Ettelsberg. Fotos: Matthias Böhl, 112-Magazin

Vorbei geht es an der Mainmetropole Frankfurt, schon kurze Zeit später an den Universitätsstädten Gießen und Marburg und schließlich erfolgt nach kurzem Flug die Landung im Wintersportort Willingen. Im Ernstfall würde nach einer kurzen Lageeinweisung ein Luftretter der Bergwacht Hessen an einem vorher festgelegten Treffpunkt aufgenommen und an der Unfallstelle abgeseilt.

Training rund um den Ettelsberg

Am Samstag war es eine realitätsnahe Übung – kein Ernstfall. Dennoch aber gingen Bergwachtler und Polizeipiloten nicht weniger professionell vor: „Wir machen das dieses Jahr zum ersten Mal in einem Szenariotraining“, erklärt Klaus Boida, Leiter der Schulung bei der Polizeifliegerstaffel Hessen. In den letzten Jahren, so Boida weiter, habe man „nur“ die Winchvorgänge von der Winde aus durchgeführt. In diesem Jahr war es so organisiert, dass die Bergwacht und die Fliegerstaffel regulär nach Willingen alarmiert wurden. Hoch oben auf dem Kyrillpfad am Ettelsberg liegt ein verletzter Spaziergänger – mit dem Rettungswagen nicht erreichbar. Die Bergwachtler, die aus ganz Hessen an der Übung teilnehmen, sind in der Erstversorgung von Notfallpatienten ausgebildet. Elegant, schnell und zugleich hochkonzentriert fliegen die Polizeibeamten mit einem Bergwachtteam zur fiktiven Unfallstelle. Sie müssen aufpassen, dass ihnen der starke Wind an diesem Morgen, die vielen Passanten unweit der Landestelle, die rasanten Radfahrer, die unweit des Hubschraubers ins Tal brettern, oder die Stahlseile der Gondelbahn nicht zum Verhängnis werden. Die Piloten müssen ihre Augen nun überall haben – am Boden und im Luftraum. Nach dem Startvorgang nimmt der Hubschrauber Kurs auf die Einsatzstelle, die nach wenigen Minuten erreicht ist. Jetzt macht sich einer der Polizeibeamten im Hinteren der Maschine startklar: Er muss nun die beiden Bergwachtler samt Material zum Verletzten abseilen und in ständigem Kontakt zu den Piloten im Cockpit stehen. Denn sie sehen nicht, was unterhalb des Hubschraubers geschieht. Sie müssen sich auf die Anweisungen ihres Kollegen verlassen, der wiederum mit den Bergwachtlern unten am Seil in Funkkontakt steht. Baumwipfel, dünne Leitungen, Äste oder Strommasten – all das müssen sie beim Abseilen ganz besonders im Auge behalten.

Präzision im Cockpit, an der Winde und beim Patienten

Mit einer Seelenruhe, als hätten alle nie etwas anderes getan, läuft der Einsatz ab. Die Männer im Cockpit halten ihren Hubschrauber trotz starker Winde ruhig, wie eine Eins. Der Mann an der Winde arbeitet präzise und die Helfer der Bergwacht machen Angaben auf den Zentimeter genau. So ist der Patient in kürzester Zeit erreicht. Die Bergretter klinken sich aus, die Winde fährt ein und der Hubschrauber dreht vorerst ab. Entweder zu einem Zwischenlandeplatz, oder er verweilt in der Nähe in der Luft, bis die Bergretter den Verletzten versorgt und transportfähig gemacht haben. Die Sicherung der Vitalfunktionen, also Bewusstsein, Atmung und Kreislauftätigkeit stehen dabei an erster Stelle. Gegebenenfalls müssen bedrohliche Blutungen rasch gestillt, Infusionen zum Volumenausgleich gegeben, oder lebenswichtige Medikamente verabreicht werden. Alles in unwegsamem Gelände und nicht zuletzt auch unter Zeitdruck. Nach der Erstversorgung wird der Verletzte in einem Bergesack eingepackt. Darin kann er liegend zum Hubschrauber aufgeseilt werden – der Bergretter stets an seiner Seite. Auf der Kufe stehend und am Stahlseil fixiert geht es sodann schnell und schonend ins Tal. An der Talstation des Ettelsberg geht Pilot Klaus Boida in den Schwebeflug und hovert mit seiner Maschine wenige Meter über dem kahl gedroschenen Getreidefeld. Der Patient und die Bergretter werden im Feld abgestellt und der Hubschrauber nimmt erneut Kurs nach oben, um weitere Bergretter zurück zum Startpunkt zu bringen. Für den Patienten im Bergesack endet die Übung an dieser Stelle.

Viele Male haben die unterschiedlichen Besatzungen von Donnerstag bis Sonntag diese Verfahren in Willingen trainiert, damit im Ernstfall alles klappt, wenn den ehrenamtlichen Bergwachthelfern und den Polizeipiloten Menschenleben in extrem unwegsamem Gelände anvertraut werden.

Regelmäßiges Training

„Jedes Jahr müssen diese Verfahren trainiert werden“, erklärt Klaus Boida. Nur die Mitglieder der hessischen Bergwacht und das Höhenrettungsteam der Berufsfeuerwehr Wiesbaden dürfen mit den erfahrenen Piloten in die Luft gehen. Um dafür fit zu sein, wird auch im Hochgebirge trainiert: „Dieses Jahr waren wir mit den Kollegen der hessischen Polizei auf der Reiteralm“, erzählt Gerd Windhausen. Er ist einer von 12 ausgebildeten Luftrettern bei der Bergwacht im Landkreis Waldeck-Frankenberg, die in Willingen und Bad Wildungen ihre Standorte hat. Er erklärt, dass in ganz Hessen im Jahr durchschnittlich zu etwa fünf Windeneinsätzen mit Hubschrauber und Bergwacht kommt. „Der Hubschrauber wird angefordert und es wird ein Treffpunkt ausgemacht, an dem ein Luftretter der Bergwacht aufgenommen wird“, erklärt er. Nicht nur mit der Polizeifliegerstaffel Hessen üben die hessischen Bergretter: „Die Bundespolizei aus Fuldatal bei Kassel trainiert ebenfalls mit uns“, berichtet Gerd Windhausen.

Am Samstagnachmittag sind die Trainingsflüge am Kyrillpfad, der Skisprungschanze und an de Seilbahn gegenüber dem Ettelsberg beendet. Bestaunt von vielen Touristen an der Seilbar, den angrenzenden Wanderwegen und dem Fahrradparcours. Ob sie wissen, dass der Hubschrauber, seine Besatzungen und die Bergwachtler ihretwegen trainiert haben? Sie können sich jedenfalls sicher sein, dass im Falle eine Falles alles getan wird, um ihr Leben am Berg zu retten und dass mit der Bergwacht Hessen und der hessischen Polizeifliegerstaffel professionelle Spezialisten und nicht zuletzt auch ganz tolle Menschen zum Einsatz kommen. (Quelle: Matthias Böhl 112- magazin)

22 Anwärter absolvierten erfolgreich den „Abschlusslehrgang Sommerrettungsdienst“  2018 der Bergwacht Hessen

Der diesjährige „Abschlusslehrgang Sommerrettungsdienst“ der Bergwacht Hessen ist nun erfolgreich abgeschlossen. Vom 30.05. bis 03.06.2018 reisten 18 Einsatzkräfte der hessischen Bergwacht und 6 Kameraden der Bergwacht Rheinland- Pfalz in die Rhön. Im inzwischen etablierten und beliebten DJO- Heim in Rodholz (inzwischen Ausbildungsstützpunkt der Bergwacht Hessen) waren die Teilnehmer untergebracht.

Unter der bewährten Leitung des stv. Technischen Leiters der Bergwacht Hessen, Herbert Emig aus Heppenheim, den Landesausbildern Ralf Seibert, Rainer Braungardt, Philipp Nitz, Heiko Kaiser und Gerd Windhausen begann der Lehrgang am Donnerstagmorgen mit dem „Eignungstest“, bei diesem wurde deutlich, wie wichtig die vorbereitende Ausbildung in den Bereitschaften ist. Danach wurden die angehenden aktiven Einsatzkräfte 4 Tage lang bei optimalen Witterungsverhältnissen intensivst geschult. Im Rahmen verschiedenster Einsatzszenarien wurden Ausbildungsinhalte wie Flaschenzugbau, doppeltem HMS, Sichern von alpinen Einsatzstellen, Ein- und Zwei- Mann- Rettungsmethode, Standplatz- und Verankerungsbau, Handhabung Gebirgstrage, Handhabung Statikseilsatz vermittelt und trainiert. Im Rahmen einer Nachtübung im Großraum Biosphärenreservat Rhön wurde an den Einsatzstellen „Teufelstein“, den „Bubenbader Steinen“ und am „Stellberg“ das Abarbeiten einer klassischen Bergwachtlage, Rettung aus unwegsamen Gelände, geübt. Alle gestellten Anforderungen wurden von den Teilnehmern souverän gelöst. Am Sonntagvormittag fand im Bereich „Steinwand“ die praktische Prüfung statt, diese wurde von fast allen Teilnehmern bestanden. Am Sonntagnachmittag verabschiedeten die Ausbilder 22 neue, sichtlich ermüdete,  Einsatzkräfte in die entsendenden Bereitschaften. Bei einem kurzen Regenschauer, viel strahlend blauem Himmel und Sonnenschein und erträglichen Temperaturen erwies sich die hessische Rhön, Einsatzgebiet unserer Bereitschaft Wasserkuppe, wieder einmal als optimales Ausbildungsgelände. Die Kameraden der Ber. Wasserkuppe baten den Lehrgang um die traditionelle Sicherstellung des Bergrettungsdienstes rund um die Wasserkuppe während des Lehrganges, was wir selbstverständlich gern übernahmen. (Win)

Bergwacht Landesversammlung 2018

Am Samstag den 08.08.2018 fand im Dorfgemeischaftshaus Dittershausen der Gemeinde Fuldabrück die Bergwacht Landesversammlung 2018 statt. Nach der Begrüßung durch den Landesleiter Herrn Hartmut Lischke nahm die Versammlung auch die Grußworte von Herrn Bürgermeister Dieter Lengemann dem Präsident des DRK Landesverbandes Hessen e. V.  Herrn Norbert Södler sowie  der gastgebenden Bergwacht Bereitschaft Kassel Herrn Jonas Spill entgegen. Weiterhin entsandte die Bergwacht Bundesleitung sowie die Internationale Commission für Alpines Rettungswesen ihre Grüße durch Herrn Professor Dr. Volker Lischke an die Versammlung.
Anschließend gab Herr Hartmut Lischke den allgemeinen Bericht der Landesleitung sowie dem Landesausschuss für das abgelaufene Berichtsjahr 2017 ab. Auch die Landesleitung der Bergwacht Jugend Hessen gab Ihren Bericht über die geleistete Arbeit in 2017 an die Versammlung ab. Der stellvertretende Landesjugendleiter Herr Simon Appel dankte hierbei auch der Bergwacht Landesleitung sowie den Bergwacht Bereitschaften für die tolle Unterstützung der Jugendarbeit in der Bergwacht Hessen. Nach den Berichten standen die wirtschaftlichen Zahlen der Bergwacht Hessen für das abgelaufene Geschäftsjahr auf dem Plan. Der Landesschatzmeister Herr Heinrich Nitz erläuterte den Abschluss 2017 und stellte den neuen Wirtschaftsplan 2019 in Aussicht. Nach der Entlastung der Landesleitung und des Landesausschusses stimmten auch die anwesenden Delegierten dem Wirtschaftsplan 2019 entsprechend zu. Auch eine besondere Ehrung konnte Landesleiter Hartmut Lischke vornehmen der Kamerad Herr Helmut Fries aus der Bereitschaft Hanau-Erlensee wurde für sein jahrelanges ehrenamtliche Engagement mit dem Bergwacht Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Durch den Technischen Leiter Herrn Gerd Windhausen wurde der Versammlung auch die neue Ausbildungsordnung der Bergwacht Hessen präsentiert und erläutert. Diese neue Ausbildungsordnung beruht auch auf einem einheitlichen Konzept der Ausbildung der Bergwacht in Deutschland. Nachdem alle Tagesordnungspunkte abgearbeitet waren Bedankte sich der Landesleiter Herr Hartmut Lischke bei allen für die gute Zusammenarbeit sowie für die geleistete ehrenamtlicher Arbeit der Bergwacht in Hessen. (Bild und Text RKU)