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Waldeck- Frankenberg: Erst geübt und dann der Ernstfall

WALDECK- Edersee: Ein technischer Defekt hat am Sonntag für einen Stillstand der Waldecker Bergbahn gesorgt. Um insgesamt acht Passagiere aus vier Gondeln zu befreien, rückten Bergwacht Bad Wildungen, Feuerwehr und THW an eine Evakuierung war dann aber doch nicht nötig, weil sich die Kabinen im Notbetrieb in die Stationen fuhren ließen.

Nach Angaben von Uwe Schaumburg, Stadtbrandinspektor von Waldeck, und Gerd Windhausen, Einsatzleiter der Bergwacht Bad Wildungen, hatte ein Defekt dazu geführt, dass sich die Bergbahn mitten in der Fahrt abschaltete. Acht Passagiere in vier Gondeln waren davon betroffen. Eine Kabine blieb kurz nach der Abfahrt oberhalb der Talstation über der Straße stehen - diese Insassen hätten mit der Wildunger Drehleiter evakuiert werden sollen, die auf der Anfahrt zum Edersee war. Die Passagiere der übrigen drei Gondeln wären von Mitgliedern der Höhenrettungsgruppe Waldeck-Frankenberg - sie besteht aus Aktiven des THW Korbach sowie der Bergwachten Willingen und Bad Wildungen - mit einem sogenannten Evakuierungsdreieck zu Boden gelassen worden.

Die vorgesehene Evakuierung, die die Bergwacht übrigens erst vor ein paar Tagen geübt hatte, war dann aber glücklicherweise nicht nötig: Der Betreiber fuhr die Bahn im Beisein von Schaumburg und Windhausen im Notbetrieb wieder an, brachte die Gondeln auf diese Weise zurück in die Berg- und in die Talstation. Die Fahrgäste stiegen unversehrt aus, verletzt wurde niemand. Die Wildunger Drehleiter kehrte in die Badestadt zurück, das THW brach die Einsatzfahrt ebenfalls ab. Die Bahn stellte nach dem Vorfall zunächst den Betrieb ein, ein Elektroinstallateur rückte an.

Evakuierung hätte gut eine Stunde gedauert
Eine Evakuierung der acht Fahrgäste hätte nach Einschätzung von Stadtbrandinspektor Uwe Schaumburg etwa eine Stunde in Anspruch genommen. Um zu den Insassen zu gelangen, wären die Höhenretter die jeweils oberhalb der Gondeln gelegenen Stützen emporgeklettert und von dort aus mit einer speziellen Rolle zu den Kabinen hinabgefahren. Die Insassen werden bei diesem Verfahren mit einem Geschirr gesichert, das nach Auskunft Windhausens "wie eine Windel" angelegt wird. "Das ist alles völlig ungefährlich", versicherte der Bergwachtler, es koste lediglich einige Überwindung, aus der schwebenden Gondel auszusteigen. "Eigentlich ist es ein großes Abenteuer".

Quelle: 112- Magazin, WIN (Bilder unter www.112-magazin.de)

 

 Fotos: Ralf Altenhein/Sascha Pfannstiel (112-magazin.de)

 

Waldeck- Frankenberg: Wildunger Bergwacht trainierte an der „Waldecker Bergbahn“

 

Waldeck. Nach 22 Minuten wurde der erste Fahrgast der Waldecker Bergbahn aus luftiger Höhe zu Boden gelassen. „Das ist eine gute Zeit“, sagt Gerd Windhausen von der DRK-Bergwacht Bad Wildungen. Im Ernstfall müssten er und seine Kollegen die voll besetze Seilbahn in zwei Stunden evakuiert haben. So schreiben es die Betriebsverordnungen vor.

 

Bei dem routinemäßigen Übungseinsatz am Mittwochabend handelte es sich um eine vorgeschriebene Übung, damit die Seilbahn ihre Betriebserlaubnis behält. Angenommen wurde, dass die Bahn durch einen technischen Defekt gestoppt wurde und die Fahrgäste in der Luft festsitzen. Sechs Bergwacht-Einsatzkräfte hatten den Auftrag, drei andere Mitglieder der Bergwacht und der Jugendgruppe aus zwei Kabinen zu befreien. Dazu kletterten je drei Bergretter auf die bergseitige Stütze oberhalb der Kabinen, der dieser am nächsten steht. Einer der Helfer klinkte sich mit einer Fahrrolle in das Tragseil der Kabinenbahn ein. Ein anderer sicherte ihn mit einem langen Seil und ließ ihn langsam zu der ersten Kabine hinabfahren.

 

Außen an der Kabine hängend legten die Bergretter dann den Passagieren ein so genanntes Rettungsdreieck an, in das diese sich hineinsetzen konnten. An einem Seil wurde der Fahrgast dann langsam zu Boden abgelassen und hier von einem weiteren Bergretter in Empfang genommen. Besonders war bei dieser Evakuierungsübung der Umstand, dass die Bergretter bewusst mit der eintretenden Dunkelheit konfrontiert wurden. Hier galt es nun alle erforderlichen Handgriffe nur mit dem Licht der Stirnlampen zu meistern. Auch diese Aufgabe wurde von allen Kräften gemeistert.

 

Die Waldecker Bergbahn zwischen dem Edersee-Ufer und dem Schloss transportiert in einer Saison bis zu 100.000 Passagiere. Sie ist 700 Meter lang und überwindet 120 Höhenmeter. Maximal dürfen 28 Kabinen, die je zwei Personen befördern können, gleichzeitig am Seil hängen, erklärte Windhausen. (WIN)

 Bergretter fährt am Tragseil zur Kabine ab

 

Auf der bergseitigen Stütze wird das „Abfahren“ vorbereitet

 

Höhen von bis zu 22 m müssen überwunden werden

 

Bergretter bereitet außerhalb der Kabine das Ablassen vor

Bilder: Bergwacht Bereitschaft Bad-Wildungen